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Phönix aus der Asche

Sonderführung zum Weltgästeführertag am 23.03.2014

Der Wiederaufbau des Würzburger Doms

Am Sonntag, den 23. März 2014 findet mal wieder der Weltgästeführertag statt. Aus diesem Anlass hat der Würzburger Gästeführerverein seine Mitglieder aufgerufen, eine Führung zum Thema „Feuer und Flamme“ für die interessiere Öffentlichkeit anzubieten. Da ich mich momentan näher mit dem Würzburger Dom beschäftige, habe ich angeboten eine Führung anzubieten, die sich mit dessen schwierigem Wiederaufbau nach der Bombardierung Würzburgs beschäftigt.

Wie viele Würzburger wissen, ist der Dom während und nach der Bombardierung Würzburgs am 16.03.1945 nicht nur völlig ausgebrannt, sondern er ist einige Zeit später auch noch teilweise eingestürzt. Konnte man Anfangs noch an eine Rekonstruktion des Vorkriegszustandes denken, war dieser Plan mit dem nachträglichen Einsturz zunichte gemacht worden. Außerdem stellte sich einig Jahre später heraus, dass es auch mit der südlichen Langhauswand statische Probleme gab, sodass auch diese abgetragen und wieder aufgemauert werden musst. Die Wiederherstellung des Barockstucks im Innern wurde zwar erwogen, nicht zuletzt aber aus Kostengründen verworfen.

Meine Führung zum Weltgästeführertag richtet sich vor allem an interessierte Würzburger/innen und beschäftigt sich mit den verschieden Konzeptionen des Wiederaufbaus der Würzburger Kathedralkirche. Die genauen Termine (Uhrzeiten) und den jeweiligen Treffpunkt werde ich rechtzeitig an dieser Stelle bekanntgeben. Weiter Informationen zum Weltgästeführertag finden Sie hier:

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Klassizismus in Unterfranken

Fortbildung für Mitglieder des Würzburger Gästeführervereins in Sachen „Klassizismus in Unterfranken“ von Dr. Johannes Sander (Kunsthistoriker)

Fortbildung zum Thema „Klassizistische Architektur in Unterfranken“

Einen sehr schönen Überblick über die Entwicklung der unterfränkischen Architektur vom Barock Neumannscher Prägung hin zum Klassizismus hat uns Dr. Johannes Sander am 28.11.2013 präsentiert. Leider endete seine Sonderausstellung bereits am Tag darauf, sodass ihr sie leider nicht mehr besuchen könnt. Ich hätte sie gerne weiterempfohlen! Wer sich allerdings für das Thema interessiert, der bekommt im Staatsarchiv (Würzburg, Residenz-Nordflügel) bestimmt noch die dazugehörige Broschüre, welche eine konzise Einführung in dieses Thema bietet.

Auch wenn klassizistische Architektur im vom Barock geprägten Würzburg nicht die große Rolle spielt – mal abgesehen vom ehemaligen Frauenzuchthaus –, war es für uns Gästeführer doch eine schöne Gelegenheit, unser Wissen in Sachen Architektur im Allgemeinen und Klassizismus im Besonderen aufzufrischen. Daher vielen Dank an Johannes, der alle unsere Fragen äußerst sachkundig und mit unnachahmlich trockenem Humor (Die Sahara ist dagegen ein Feuchtbiotop!) beantwortet hat.

Ebenfalls wieder Dank an den Würzburger Gästeführerverein, der auch diese Fortbildung organisiert hat, und stets dafür sorgt, dass seine Mitglieder auf dem Laufenden bleiben.

Hier noch der offizielle Einleitungstext der Ausstellung:

Das Staatsarchiv Würzburg verfügt in seinen Beständen über zahlreiche Baupläne aus allen Phasen des Klassizismus in Unterfranken von der Mitte der 1780er bis in die 1830er Jahre.

Davon zeigt die Ausstellung „Klassizismus in Unterfranken“ eine Auswahl großteils bisher unveröffentlichten Materials. Die Pläne und Entwürfe u. a. von Emanuel Joseph von Herigoyen, Heinrich Alois Geigel, Peter Speeth und Bernhard Morell zeugen von einer auch in Krisenzeiten regen Bautätigkeit, die neben einer Reihe bedeutender Werke der Sakralarchitektur auch qualitätvolle Profanbauten hervorbrachte. Ausflüge in die frühe Neugotik und in die Altarbaukunst des beginnenden 19. Jahrhunderts belegen die Vielseitigkeit der in Unterfranken wirkenden Architekten und zugleich die Reichhaltigkeit des im Staatsarchiv Würzburg verwahrten Karten- und Planmaterials.

Quelle: http://www.gda.bayern.de/veranstaltungen/klassizismus

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Museum.Burg.Miltenberg

Ikonen und moderne Kunst im Burg-Museum Miltenberg

Leider bin ich ein bisschen spät dran mit meiner Nachricht. Gut, dass es bei dieser auch wirklich nicht auf Aktualität ankommt.

Am 14. Oktober waren einige Gästeführerkollegen und ich auf der Burg Miltenberg im dort relativ neu eingerichteten Museum. Dank gebührt dem Würzburger Gästeführerverein für die Organisation dieser Fortbildung. Dank aber natürlich auch Domkapitular Lenssen, sowohl für die unterhaltsame Führung durch das Burg-Museum Miltenberg, als auch dafür, dass er mit Gaben aus seiner privaten Sammlung mithalf, das Museum zu ermöglichen.

Das Thema des Museums ist reichlich spannend, finde ich zumindest. Die grundlegende Konzeption besteht darin, russisch- und griechisch-orthodoxe Ikonenmalerei mit moderner zeitgenössischer Kunst in Kontrast zu setzen. Ich versuche kurz zusammenzufassen, wie Dr. Lenssen uns versammelten Gästeführern das Konzept erklärt hat:

Ikonenmalerei ist keine freie Kunst. Vielmehr folgt sie strengen Regeln, welche schon die Wahl des verwendeten Materials bestimmen. Auch die Auswahl des jeweiligen Motivs ist nicht dem Künstler/Handwerker überlassen, sondern folgt einem Jahrhunderte alten Bilderkanon und der Wahl des Auftraggebers. „Die Maler sind nur frei bei der Ausgestaltung der Details“. (Wikipedia) „Ikonenmalerei wird als religiöses Handwerk nicht als Kunst gesehen, weshalb auch das Wort ‚hagiographia‘, also Heiligenschreiberei, der Herstellung einer Ikone näher kommt. Es wird von Ikonenschreiben gesprochen und der Schreibende als ‚Werkzeug Gottes‘ betrachtet.“ (Wikipedia) Bereits der Schaffensprozess weist auf die spätere „Funktion“ einer Ikone hin. Der beauftragte Ikonenmaler – oftmals ein Mönch – muss sich, bevor er mit seiner Arbeit beginnt, Exerzitien unterwerfen, denn eine „Ikone dient der Vergegenwärtigung (Repräsentanz) christlicher Wahrheiten“ (Wikipedia), und kommt einer Vergegenwärtigung (Inkarnation) der dargestellten Person gleich. Damit haben Ikonen einen gänzlich anderen Charakter als Sakralkunst aus dem römisch-katholischen Bereich: „Ikonen sind für die orthodoxe Kirche Fenster in die geistliche Welt.“ (Wikipedia)

Im Burg-Museum Miltenberg werden pro Raum einer Ikone mehrere zeitgenössische Kunstwerke gegenüber gestellt, wobei das verbindende Element die gemeinsame Thematik ist. In den meisten Fällen gelingt dies sehr gut und hat mich überzeugt. Es entsteht auf diese Weise ein wirklich zum Nachdenken anregendes Spannungsfeld, ums mal im etwas geschwollenen „Museumsdeutsch“ auszudrücken. In einigen wenigen Fällen erschien mir die Beziehung zwischen Ikone und umstehenden Kunst etwas erzwungen, was dem Gesamtkonzept des Museums aber keine Abbruch tut.

Es braucht auch nicht unbedingt eine Führung, denn das Thema des jeweiligen Raumes steht in großen Lettern über der jeweiligen Ikone, und mit ein Bisschen Fantasie kann man sich die Beziehungen zwischen den verschiedenen Kunstwerken gut selbst erschließen. Wer sich das ganze gerne noch vom Leiter der Miltenberger Museen erklären lassen möchte, der kann sich mal das Video hier anschauen: Video

Wer sich für Ikonenmalerei oder die ausgestellten zeitgenössischen Künstler (Barlach, Beuys, Fräger, Lange, Lehnen, Morgner, Polke, Stötzer, Stoltz, Willikens) interessiert, dem sei hiermit das Burg-Museum Miltenberg wärmstens empfohlen! Übrigens: Mein absoluter Favorit ist das auch im Video präsentierte Ölgemälde „Emmaus“ von Markus Fräger!

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Hofstraße – Historische Achse zwischen Residenz und Dom im politischen Streit

Weltkulturerbestätten sollen zur Geltung kommen, gepflegt und für Menschen erlebbar werden. So will es die Unesco. In Deutschland wurde ein staatliches Investitionsprogramm aufgelegt, von dem 100 Städte profitieren. Würzburg sollte es für seine weltberühmte Residenz auch. Doch nach dem Stopp der Planung für den Umbau der Hofstraße zur Fußgängerzone sind 1,7 Millionen Euro an staatlicher Förderung höchstwahrscheinlich verloren (wir berichteten). Eigentlich sollte die Hofstraße als historische Achse zwischen Residenz und Dom attraktiver werden. Sie ist eine der meistfrequentierten Laufstrecken für Touristen, dominiert wird sie von fahrenden und parkenden Autos.

Zunächst regte sich kaum Widerstand gegen die Pläne einer Fußgängerzone. 28 Architekten aus ganz Deutschland beteiligten sich 2010 an einem Ideen- und Realisierungswettbewerb zum Umfeld der Residenz. Als Sieger gingen zwei Berliner Büros hervor, die Umgestaltung der Hofstraße sollte noch 2011 beginnen. Doch Fehlanzeige. Erst jetzt entbrannten ein politischer Streit um Einschnitte in den Autoverkehr und ein Kampf um die Parkplätze. Die Mehrheit von CSU, FDP, WL, Bürgerforum und Linken schmetterte im April 2013 die Pläne einer Fußgängerzone in der kompletten Hofstraße ab. Nur noch den Abschnitt zwischen Maxstraße und Balthasar-Neumann-Promenade wollte man zugestehen – um die Zuschüsse nicht zu verlieren.

Mittlerweile soll gar kein Umbau mehr stattfinden – zu viel Stückwerk, heißt es im Rathaus. So verzichtet die Stadt wohl auf die Fördermittel. Die Grünen versuchten vergangene Woche bei den Haushaltsberatungen, die Fußgängerzone doch noch durchzusetzen. Sie scheiterten mit ihrem Antrag. aj

Robert Menschick

Im Jahr 2010 lobte die Stadt Würzburg einen weit beachteten Wettbewerb zur Erschließung der Residenz und der Neugestaltung der Hofstraße aus. Auf 110 Seiten führte eine Publikation den interessierten Bürgern die Gestaltungsmöglichkeiten vor. Es schien so, als ob die Idee, neben der Eichhornstraße als Fußgängerzone im Einkaufsbereich die Hofstraße als kulturelle Fußgängerzone aufzuwerten, tatsächlich realisiert werden sollte. Die Aktion kostete einen sechsstelligen Betrag.

Streit um Hofstraße: Gastkommentar des Stadtheimatpflegers
Stadtheimatpfleger kritisiert Verzicht auf die Hofstraße als Fußgängerzone

Der Berg hat vier Jahre später gekreist und nicht einmal ein Mäuschen kam heraus. Nicht einmal das kleine Fußgängerzönchen zwischen dem Platz mit dem Chronosbrunnen und dem Residenzplatz wird realisiert. Wenn, dann soll es mit dem herbeigesehnten Investor des Mozart-Areals entwickelt werden. Der soll dann zahlen.

Nach dem Willen der Stadt genießen unsere Touristen weiterhin die zugeparkte Hofstraße und lustwandeln unter den Arkaden des Sparkassengebäudes. Den Blick auf Dom und Schönbornkapelle, den Blickfang der von Neumann angelegten Straße zwischen Dom und Schloss, verstellen von Frühjahr bis Herbst Bäume. Stößt man dann auf Dom und Neumünster, zwei hochrangige romanische Kirchen, auf die rekonstruierten Domherrnhöfe, erfreuen sich Einwohner und Besucher unserer Stadt des belebenden Zufahrtverkehrs zur Marktgarage durch die enge Martinsgasse. Alt und Neu werden so wieder einmal auf das Beste versöhnt.

Für dieses vortreffliche Altstadterlebnis hat die momentan bestimmende Stadtratsmehrheit auch großzügig auf 1,7 Millionen Euro Fördergelder von der Unesco verzichtet. „Brauche mer net“, mag die Begründung gelautet haben. Die 50 Parkplätze, die man hier mit internationaler Unterstützung hätte einsparen können, hat man ja schon in der neuen Fußgängerzone Eichhornstraße eingespart, ohne internationale Unterstützung.

Frage: Welches Bauwerk ist prägend für Würzburgs Identität und internationalen Ruf, die Residenz oder das neue Kaufhaus am oberen Markt? Was unternimmt die Stadtratsmehrheit, um das Weltkulturerbe Residenz und deren geschütztes Umfeld zu fördern? Sie verschenkt Fördergelder für 50 Parkplätze und will einen denkmalgeschützten Gebäudekomplex direkt gegenüber der Residenz verkaufen und dem Abriss preisgeben, um dort ein Einkaufszentrum errichten zu lassen. Zur Erholung der Touristen nach dem Kulturstress in der Residenz.

Mehr als zwei Millionen Euro verschenkt für 50 Parkplätze? Um das Geld wieder hereinzubekommen, müsste man die Parkgebühren über Gebühr erhöhen!

Autor Dr. Hans Steidle ist Stadtheimatpfleger in Würzburg.

Quelle: http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Streit-um-Hofstrasse-Gastkommentar-des-Stadtheimatpflegers

Auch sehr lesenswert sind die Kommentare zu diesem Artikel/Kommentar auf der Website der Mainpost!

Dr. Hans Steidle – Stadtheimatpfleger in Würzburg