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< Walther von der Vogelweide
06.10.2014 12:53 Alter: 3 yrs
Kategorie: Absolvierte Fortbildungen
Von: Thomas Kröhnert

Besuch bei der Firma Rothkegel

Dankenswerterweise bietet unser Würzburger Gästeführerverein ja immer wieder Fortbildungen an. Grundsätzlich sind diese immer gut und empfehlenswert.

Der fleißige Gästeführer möchte sich ja auch weiterbilden. Manche der Fortbildungen sind aber besonders interessant. So zum Beispiel der Rundgang durch die Betriebsstätte der Firma GLR Rothkegel GmbH & Co. KG in Würzburg.

Fachkundig und für unsere Fragen offen wurden wir Gästeführer von Herrn Matthias Rothkegel durch die Firma geführt. Dabei erfuhren wir viel über diverse Techniken der Glasgestaltung und -malerei,  über die Restaurierung von alten Kirchenfenstern – momentan ist die Firma Rothkegel mit der Restaurierung der Chorfenster des Ulmer Münsters beschäftigt – und über die Leuchtenmanufaktur der Firma Rothkegel.

Also werde ich hier mal meine neu erworbenen Kenntnisse hinsichtlich Glasgestaltung und -malerei zum Besten geben, in der Hoffnung, dass ich das auch mal an den Gast bringen kann. Mal sehen ...

Die erste Assoziation, die ich bisher hatte, wenn ich an Glasmalerei dachte, waren mittelalterliche Kirchenfenster. Diese typischen bunten „Scheiben“ in zumeist gotischen Kirchen. Weil diese Verglasungen stets aus vielen vielen Einzelscheiben bestehen, die durch Bleistege miteinander verbunden sind, nennt man das ganze dann auch gerne mal „Bleiverglasung“. Diese Art, (zumeist) Fenster herzustellen, wird auch heute noch praktiziert. Dabei muss das nicht zwangsweise was mit Malerei zu tun haben, denn man kann durch die Bleistege auch unbemalte Scheiben aneinandersetzen. Damit die Dinger nicht vom Wind eingedrückt werden, „stützt“ man sie mit Eisenstäben (Windeisen) ab. Sind mir vorher auch nie aufgefallen.

Wie bei allem wird das Ganze erst interessant, wenn man sich etwas mehr mit dem Thema befasst. Wussten Sie zum Beispiel, dass es unter anderem zwei verschiedene Grundmethoden der Malerei auf Glas gibt?

1. Entweder wird auf farbiges oder weißes (bzw. klares) Glas nur die ZEICHNUNG/GRAFIK mittels schwarzer Farbe (Schwarzlot) aufgetragen, mit der man also „nur“ Schatten- und Lichtwirkung erzielt,
2. oder aber es wird mit farbigen Schmelzfarben (opak oder transparent) ein GEMÄLDE aufgebracht. Die gewünschte Wirkung entsteht beim Einbrennen der Farben in die weiße oder farbige Trägerscheibe.

Meist wird nach einem gleichmäßigen Farbauftrag in subtraktiver Technik gearbeitet. Licht und Schatten entstehen also dadurch, dass die zuvor mit Hilfe eines großen Pinsels (Vertreiber) gleichmäßig aufgebrachte Farbschicht mittels verschiedener anderer Werkzeuge (Radierpinsel, Stupfpinsel und Lichterhölzchen) wieder mehr oder weniger oder eben gar nicht abgetragen wird. Dieser erste Schritt gilt zunächst der Setzung der Lichter. Nach dem Einbrand erfolgt Schritt zwei – die partielle Festlegung der Schatten (Nachschattierung) bzw. die Konturmalerei. Ursprünglich ist Glasmalerei Handarbeit, wie der Name schon sagt. In der Regel wird auf einem Leuchttisch gearbeitet, auf dem die zu bemalende Scheibe liegt. Dazwischen befindet sich oft eine Vorlagenzeichnung, die im Maßstab 1:1 auf durchscheinendes Papier gezeichnet wurde. Das ist ein bisschen wie Malen nach Zahlen.

Das wäre jetzt aber wirklich zu einfach! Es gibt nämlich auch noch sog. Überfanggläser, die nicht durchgefärbt sind, sondern bei denen auf einem transparenten Träger eine farbige Glasschicht aufliegt. Mit diesen Gläsern kann man durch Ätzen, Gravieren, Sandstrahlen und Schleifen oder auch Kleben interessante Effekte erzielen. Kombiniert man diese Methoden dann noch mit den oben erwähnten Arbeitsweisen der Glasmalerei, wird' s immer interessanter. Da hat der Tom wieder was gelernt!

Eine weitere Methode, um farbige Kunstwerke aus Glas zu gestalten, ist das sog. Fusing. Wie der Name schon deutlich macht, werden dabei farbige Gläser auf eine weiße oder ebenfalls farbige Trägerscheibe aufgebracht und in einem Ofen mit dieser verschmolzen. Damit kann man sehr schöne und vor allem kräftig leuchtende Ergebnisse erzielen.

Da wir in modernen Zeiten leben, gibt' s auch noch 'ne ganze Menge neuer Methoden, wie die Farbe auf' s Glas kommt, bevor sie dann eingebrannt wird. So kann man in der modernen Massenproduktion auch per Siebdruck oder Digitaldruck die Farbe auftragen. Eine neue Methode im eher grafischen Bereich stellt die Airbrushmalerei dar. Dabei werden Schwarzlot oder keramische Schmelzfarben nicht mit dem Pinsel sondern mit einer Airbrushpistole aufgetragen. Das ist besonders geeignet, um sanfte Farbverläufe hinzubekommen.

„Die Glasmalerei hat einen besonderen Stellenwert in der Malerei, denn keine andere Malart kann eine so hohe Farbleuchtkraft und so große Helligkeitsunterschiede zeigen wie ein durchsichtiges Glasbild.“ (Wikipedia)

Glasmalerei ist ein (Kunst-)Handwerk. In den alten Zeiten war sie die Arbeit von Handwerkern. Im Idealfall beherrscht heutzutage der Künstler, der ein Glaskkunstwerk schaffen möchte, das Handwerk selbst, oft aber entstehen Glasmalereien in einer Kooperation von Künstler (Vorlage) und Glasmalermeister/in (Ausführung). Diese Zusammenarbeit kann mehr oder weniger intensiv sein, die Vorgaben mehr oder weniger genau. Im Einzelfall kommt es vor, dass der Künstler lediglich die Idee vorgibt, dem Handwerker aber bei der Ausführung völlig freie Hand lässt. Wo da dann Kunsthandwerk aufhört und Kunst beginnt, ist Ansichtssache.

Als Gästeführer ist es ja auch nicht so ganz von Nachteil, wenn man über ein solides Halbwissen verfügt. Seit unserem Ausflug zur Firma Rothkegel weiß ich jetzt auch, auf welche Weisen das Flachglas produziert werden kann, auf dem dann gemalt wird. Die Gläser, die auch bei der Glasmalerei Verwendung finden, wurden und werden auf ganz unterschiedliche Arten hergestellt. Was mich persönlich überrascht hat war, dass die traditionellste Herstellungsweise für Flachglas – z.B. eben eine Fensterglasscheibe – das Blasen des Glases ist. Ich war immer davon ausgegangen, das man nur Hohlkörper, wie Trinkgläser bläst. Pustekuchen! Auch Scheiben wurden früher erst als Zylinder geblasen und dann quasi aufgeschnitten und beim erneutem Erwärmen „flachgewalzt“. Das muss einem doch erst mal gesagt werden! Sollten Sie sich also mal in den Antiquitätenhandel verirren und der Händler erzählt Ihnen was vom „mundgeblasenen Spiegel von 1790“, dann will der Sie nicht für blöd verkaufen, möglicherweise aber betrügen ;-).

Einen Innovationsschritt bedeutete dann das Verfahren des Glasziehens (davon hat man dann doch schon mal was gehört), wobei aus einer Glasschmelze kontinuierlich eine quasi endlose lange „Scheibe“ gezogen wird, die dann langsam abkühlt, je weiter sie sich von der Schmelze entfernt. Ganz entscheidend dabei, bloß nicht zu schnell abkühlen lassen. Je dicker das Glas ist, desto langsamer muss es abkühlen, damit es nicht springt.

Glas kann aber auch gegossen und dann gewalzt werden. So entsteht das berühmte Kathedralglas, das in der Glasmalerei ebenfalls häufig verwendet wird. Übrigens sind Sie alle schon Kathedralglas an völlig profanen und alles andere als spirituellen Orten begegnet. Die welligen und milchigen Scheiben, die früher in WCs als Sichtschutz eingebaut wurden, sind aus dieser Glasart. And again what learned!
 
Heutzutage wird Fenster- oder Spiegelglas, dass möglichst eben, klar und ohne Blasen sein soll, im Floatverfahren hergestellt, wobei die Glasschmelze auf ein Bad aus flüssigem Zinn aufgebracht wird (it's floating!). So entstehen Gläser, die so glatt sind, dass man aus ihnen direkt Spiegel herstellen kann, ohne sie – wie früher üblich – erst umständlich plan schleifen zu müssen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Glas#Formgebung)

Naturgemäß hat uns Gästeführer alles zum Thema Restaurierung besonders interessiert. Wir werden ja immer wieder danach gefragt, was denn alles an historischen Gebäuden noch original ist, und was alles ergänzt wurde. Leider gibt es in Würzburg nicht mehr viel alte Kirchenfenster, da diese während der Bombardierung 1945 fast vollständig verlorengingen. Dennoch war es interessant zu erfahren, dass von erhaltenen alten gotischen Kirchenfenstern oft nur noch wenige Prozent tatsächlich aus der Gotik stammen, da viele Schäden im Laufe der Jahrhunderte oft nicht restauriert sondern rekonstruiert/ergänzt wurden.

Auch wenn uns Leihen Glas recht robust erscheint, ist es doch sehr empfindlich gegenüber Umwelteinflüssen. Das strahlendste Kirchenfenster verlieren mit der Zeit immer mehr an Leuchtkraft, wobei der „Dreck“ in der Regel nicht von außen, sondern von innen kommt. Werden die Fenster nämlich feucht, wandern Ionen (Ca+, Na+, K+), die in den Ausgangsprodukten für die Glasschmelze vorhanden sind, an die Oberfläche des Glases und verbinden sich dort mit dem Schwefeldioxid aus der Luft, was zu einem Grauschleier führt, der sich langsam zu einer richtigen Patina auswächst. Wenn dann noch unsere Freunde, die Tauben, dafür sorgen, dass ihre Soffwechselentprodukte die Stege der Bleiverglasung angreifen, wird’ s Zeit für eine Konservierung und Restaurierung des alten Fensters.

Ein interessantes Detail, das wir von Herrn Rothkegel erfuhren, betrifft die Schutzverglasung für Kirchenfenster (z.B. bei den Chorfenstern von Stift Neumünster in Würzburg). Dort wurde nämlich Glas verbaut, dass möglichst undurchlässig für infrarote und UV-Strahlung ist. „Na und“, fragt sich der Leihe, „was soll' s“. Aber das macht richtig Sinn und hilft Geld sparen. Wenn das Glas wenig Wärmestrahlung durch lässt, dann kommt hinter den Fenstern wenig Energie an. Dadurch entstehen weniger Konvektionsströme, die Staub mit sich nach oben reißen können. Diese Luftströme in großen Räumen wie Kirchen sind heutzutage die Hauptursache für die Verschmutzung von Kunstwerken und Wänden. Kerzenruß fällt ja als Grund eher weg und Weihrauch wird – Gott sei's gedankt – auch nicht mehr so üppig verwendet. Wenn sich der Staub also nicht so schnell verteilt, kann man hoffen, das Stift Neumünster sehr lange so schön hell erstrahlt, wie es das seit 2009 wieder tut.

Ich denke, ich werde mein frisch erworbenes Wissen mal nutzen und mir in den nächsten Posts die Glaskünstler vornehmen, die sich in Würzburgs Kirchen ausgetobt haben. Da ist zwar – vor allem wegen der Bombardierung Würzburgs – nicht mehr viel Mittelalterliches dabei, aber dafür gibt es jede Menge 20. Jahrhundert. Sehr schöne Beispiele sind die Fenster des Doms (im Langhaus und der Sepultur) oder die Chorfenster der Marienkapelle, mit denen ich anfangen werde. Das ist sicher eher was für Kunstnerds. Mal sehen, was ich alles in Erfahrung bringen kann.